Damit der kleine Einkauf schneller geht, motzen Sparkassen und Banken die Geldkarte auf: Millionen Kunden sollen damit kontaktlos bezahlen können. Doch ob die Verbraucher mitmachen, weiß keiner.
Das Kramen nach Kleingeld soll ein Ende haben: Ob beim Bäcker, am Kiosk oder im Supermarkt, bald können Bankkunden auch den kleinen Einkauf mit der Karte zahlen - und zwar kontaktlos. Sie müssen ihre Karten dafür nur einen Augenblick lang vor ein Lesegerät halten. PIN-Eingabe oder Unterschrift sind nicht mehr nötig.
Für Millionen Sparkassen- und Visa-Kunden soll dieses Bezahlen per Funk in diesem Jahr Realität werden. "Im August beginnt die bundesweite Einführung", kündigt Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, an. "Dabei werden Kleinbeträge bis 20 Euro kontaktlos bezahlt - das heißt wesentlich schneller, als wenn sie die Karte in einen Schlitz stecken und eine PIN eingeben oder unterschreiben", sagt Netzel. Auch Taxifahrer oder Paketboten könnten womöglich künftig so bezahlt werden.
Erleichterung oder Sicherheitsrisiko? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum kontaktlosen Bezahlen.
Wer bekommt die neuen Karten?
Im April startet die Kreditwirtschaft einen Pilotversuch mit mehr als 1,2 Millionen Karten im Raum Hannover, Braunschweig, Wolfsburg. Bis Jahresende wollen die Sparkassen dann 16 Millionen der insgesamt 45 Millionen Sparkassen-Cards austauschen, die übrigen sollen folgen. Außerdem wollen bis Mitte 2012 sechs deutsche Banken die kontaktlose Visa-Karte ("Visa payWave") an ihre Kunden ausgeben. Betroffen sind Kunden von BW-Bank, Comdirect, DKB, Landesbank Berlin, Targobank und Volkswagen Bank.